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Übersicht, mein Schreiben an die Anwälte


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                                                                                                     XX                                              089/693 xxx xx                  15.09.1998

 

Betreff: Geschädigter einer fehlfinanzierten Immobilie / Imobilienvertriebsbetrug / Rückabwicklung
 

Sehr geehrte Herr / Frau Rechtsanwalt,
 
ich habe Ihre Adresse von der Adressenliste der Aktion Solidarität aus dem Internet und wende mich nun an Sie da ich dringend juristische Hilfe für meinen Fall benötige. Ich bin seit 27.10.1996 in einer Umschulungsmaßnahme, mein Geld ist seit 06.1997 alle, die Banken drohen mir zwischenzeitlich mit Zwangsvollstreckung und Zwangsversteigerung und ich bin bisher leider nur auf Anwälte gestoßen die entweder nicht in der Lage waren mir zu helfen, oder die Notwendigkeit nicht erkannten.
 
Ich schildere nun hiermit eine Übersicht über den Vorfall:
 
Ich habe mich im Januar 1996 von einem Bekannten, Christoph Jodl, der sich als Finanzierungsberater bezeichnet und Angestellter eines Immobilien Vertriebsbüros war, dazu überreden lassen eine 1 Zimmer mit ca 38qm Wohnung in Aachen zu kaufen. Diese Immobilie war ein Neubau, und laut Angaben bereits vollständig vermietet.

Das Objekt wurde vollständig durch einen Bankkredit in Höhe von 139.000 DM der Nürnberger Hypothekenbank und einen Bankkredit in Höhe von 30.000 DM von Securenta finanziert. Es war alles Notariell beglaubigt, und die Bank gab sich damit zufrieden die Immobilie allein als Bürgschaft anzunehmen. Für den Fall ausfallender Mietzahlungen wurde eine Mietgarantie vereinbart, die Bestandteil des Kaufvertrages war. Da ich, wie oben erwähnt, den Vermittler persönlich kannte, brauchte ich tatsächlich keine Provision zahlen und bekam den Bauträgerrabatt in Höhe von DM 15.000 DM. Die Finanzierung der Wohnung hätte bei ordnungsgemäßer Vermietung eine monatliche Belastung von ca. 220,00 DM bedeutet. Unter diesen Bedingungen entschloss ich mich tatsächlich die Wohnung zu kaufen. Als Bauträger und Verkäufer galt vertraglich ein Firmenkonsortium Namens IHV/RIV in Aachen. Vertrieben wurde des gesamte Objekt von dem Vermittler.
 
Seit Juni 1996 bin ich rechtmäßiger Besitzer dieser Immobilie.
 
Die ersten Mietzahlungen hätten im Juli 1996 erfolgen sollen, wurden aber nur zum Teil überwiesen. Laut Auskunft der zuständigen Hausverwaltung läge es daran das die Überweisungen automatisch durchgeführt würden und die Daten noch nicht vollständig erfasst worden seien. Als die Mietzahlungen im September vollständig zum erliegen kamen, hieß es plötzlich das die Wohnung gar nicht vermietet sei und der Mietgarantiegeber Konkurs angemeldet habe. Eine Woche später unterrichtete ein Rundschreiben des Vertriebes in München die Käufer über den vermutlichen Konkurs des Mietgarantiegebers und empfahl, sich an den Anwalt des Vertriebsbüros zu wenden. Ich wandte mich an diesen Anwalt, aber dieser konnte auch nur sagen das man ohne Aussicht auf Erfolg gegen den Mietgarantiegeber klagen könne, diesen Prozess auch gewinnen würde, aber das Geld wohl kaum zurück bekäme.

Ich beauftragte diesen Anwalt vorerst mit der Räumungsklage. Das einzige was ich von diesem jedoch erfuhr, waren zwei unsinnige, falsche und überhöhte Rechnungen und später eine korrigierte Rechnung die dann das Sozialamt Aachen zahlte.

Es stellte sich nämlich heraus, daß die Wohnung zwar vermietete sei, aber der Mieter nicht zahlte. Und wie ich später noch herausfand, noch nie gezahlt hatte. Ich begann mit der Kündigung des Mietvertrages, da sich sonst niemand darum kümmerte. Wie ich dann durch Mithilfe von Hr. Jodl erfuhr war der Mieter zum diesem Zeitpunkt im September 1996 inhaftiert. Die Inhaftierung hatte zu Folge, das daß Sozialamt Aachen die Miete übernahm.
 
Im Dezember 1996 erstattete ich Strafanzeige gegen die IHV / RIV wegen Betrug.
 
Die Mietzahlungen hörten im Februar 1997 auf, und wie ich vom Sozialamt in Aachen erfuhr wurde der Mieter wieder freigelassen und habe dem Sozialamt mitgeteilt das er die Miete wieder selber übernehme. Was er aber nicht tat. Ich begann abermals das Kündigungsverfahren einzuleiten.
 
Da ich keinen Mietverwalter hatte und die Hausverwaltung König und Partner, die sich dafür zwar anbot aber durch regelmäßige Lügen und Unfähigkeit bewiesen hatten, daß sie dafür nicht in Betracht kamen, versuchte ich zuerst dieses allein durchzuführen. Auf einer Eigentümerversammlung in 03.1997 erfuhr ich dann das andere Mieter zwischenzeitlich einen anderen Mietsonderverwalter hatten und wandte mich an diese, die dann auch die Verwaltung übernahmen
 
Ebenfalls in 03.1997 wurde von den Münchner Eigentümern des besagten Objektes eine außerordentliche Eigentümerversammlung einberufen, in der ebenfalls ein Rechtsanwalt und ein Bausachverständiger erschienen.

Es hieß, daß das Objekt ungefähr max. 80.000 DM Wert sei und das der Kaufvertrag eine versteckte Klausel enthielt, der zu entnehmen war das Haus und Grundstück nur Teil eines anderen Grundstücks und somit einer anderen Eigentümergemeinschaft ist. Weiterhin wurde bekannt das der damalige „Eigentümer“ des Objektes das Wohnungsamt zur Hilfe nahm, um die Wohnungen zu besetzen, damit diese sich als vermietet besser verkaufen ließen.

Fazit: das Haus war voll mit zahlungsunfähigen und zum Teil sozial bedenklichen Mietern, und hatte zwischenzeitlich bereits den Ruf des „asozialen Molochs“ in Aachen. Es sollte der Anwalt beauftragt werden um zwecks Rückabwicklung für die gesamte Eigentümergemeinschaft zu klagen. Dieses ist aber leider nie geschehen und ich habe von den Initiatoren nichts wieder zu hören bekommen.
 
Über meinen neuen Mietsonderverwalter kam ich an einen Anwalt der mich bei der Räumungsklage erfolgreich unterstützte und der säumige Mieter wurde im September 1997 zwangsgeräumt. Mich kostete der Spaß neben den fehlenden Mieteinnahmen zusätzlich 4.500,- DM Räumungskosten, von denen ich immerhin im Januar 1998 2.300,- DM vom Gerichtsvollzieher zurückbekam.
 
Im Sommer 1997 wurde von einem anderen Eigentümer eine Mängelliste aufgestellt, aus der erhebliche Mängel am Bauwerk zu entnehmen sind. Dies wurde von der Hausverwaltung erst bestritten und ein halbes Jahr später durch einen von der Hausverwaltung bestellten Sachverständigen bestätigt: Das Haus ist auf Lehm gebaut, und hätte im Tiefgeschoß abgedichtet werden müssen: Der Keller steht regelmäßig bis zu 1,5 Meter unter Wasser.
 
Die Staatsanwaltschaft in München hatte meine Anzeige abgewiesen und nach meiner Beschwerde wieder aufgenommen. Seit dem habe ich nur einmal im Herbst 1997 wieder von denen gehört, das diese die Unterlagen nicht wiederfinden könnten. Ich habe sie Ihnen erneut zugesandt. Seitdem habe ich nichts wieder von der Münchner Staatsanwaltschaft gehört.
 
Die Polizei aus Aachen hatte sich zwischenzeitlich des Falles IHV/RIV angenommen und ermittelt wegen betrügerischen Konkurs. Sie sandten mir und anderen Eigentümern den Fragebogen „Geschädigte in Immobilienvertriebsgeschäften“ im August 1997 den ich ziemlich genau ausfüllte und dokumentierte. Auch von denen habe ich leider nichts mehr gehört.
 
Im Juli 1997 kündigte mir mein damaliger Arbeitgeber den Arbeitsvertrag.
 
Die Wohnung steht seit September 1997 leer und mein unregelmäßigen Anfragen bei dem durch mich beauftragen Mietsonderverwalter endetet nun damit, das ich diesem im Mai 1998 kündigte da er die Wohnung weder vermietete, noch den Eindruck macht, daß er Anstrengungen zur Vermietung unternahm.
 
Im März diesen Jahres fand in München mit der Hausverwaltung eine Eigentümerversammlung mit der sogenannten „kleinen Eigentümergemeinschaft“ statt. Es wurde noch einmal in Zusammenarbeit mit der Hausverwaltung und mit den Eigentümern aus München die Anstrengung unternommen gegen die Bauausführung vorzugehen und auf juristischem Wege eine Nachbesserung auf Garantie wegen der Wasserschäden zu erwirken. Die Hausverwaltung hat es immerhin geschafft den Eigentümern eine Rechnung von 30 DM / qm Eigentumsanteil als Vorschuss für Rechtsanwaltskosten zu stellen (bei mir DM 800,-). Seit dem hat man nichts mehr darüber gehört, außer das der Wasserschaden zugenommen hat.
 
Im wesentlichen interessant war aber noch das der ehemalige Geschäftsführer der IHV, Hr. Bauens auch auf der Eigentümerversammlung erschien um als Informant zur Verfügung zu stehen. Er ließ verlauten, daß laut Bauplanung das Gebäude in einer Betonwanne gebaut werden sollte, um Wasserschäden abzuwenden. Es konnte aber bisher nicht bewiesen werden, ob diese Wanne auch tatsächlich gebaut wurde. Weiterhin ließ Hr. Bauens verlauten das die IHV das Objekt zu einem Sonderpreis an den Vermittler überlassen habe, mit der Garantie das der Vermittler das alleinige  Vertriebsrecht hat. Zur Bedingung das der Vertrieb bis zum 31.12.1995 vollzogen ist. Nach Ablauf dieser Frist geht das gesamte Objekt (die nicht verkauften Wohnungen) in den Besitz des Vermittlers über. Die IHV / RIV erschien ab diesem Zeitpunkt nur noch aus formalen Gründen im Kaufvertrag. Das heißt, das zum Zeitpunkt meines Erwerbes dieser Wohnung durch mich, nicht die IHV der Eigentümer war sonder der Vermittler. Wer hat mich nun tatsächlich betrogen? (außer den Banken, der Hausverwaltung und und und...). Die als Konkurs gemeldete IHV / RIV oder die noch heute zahlungskräftige existierende Vermittler? Mit diesem Wissen und den Gedanken an die Möglichkeit einer Rückabwicklung über die noch existierende Vermittler, wandte ich mich nun erneut im Juni 1998 an einen Anwalt. Von diesem habe ich bis heute, trotz z.T. täglicher Nachfragen, nur von seiner Sekretärin gehört das er zurückruft. Was er jedoch noch nie getan hat. Hier im folgenden sehe ich nun die Möglichkeit einer heute noch nachträglichen Rückabwicklung über den damaligen rechtmäßigen Eigentümer: der Vermittler.

- Der Vermittler hat die Wohnungen zu überhöhten Preisen angeboten und verkauft.

- Dem Vermittler war der nahende Konkurs der IHV / RIV bereits Ende 1995 bekannt.

- Dem Vermittler waren bauliche Mängel über die IHV / RIV bekannt

- Dem Vermittler war bekannt das meine Wohnung zwar vermietet war, aber der Mieter nicht zahlte

- Dem Vermittler war im Januar 1996 bereits der eigentlich Eigentümer

Der Vermittler hat den Kaufvertrag dahingehend geändert das nicht ersichtlich ist, daß das Grundstück und das Gebäude nur Teil einer bereits bestehenden Eigentümergemeinschaft ist.

All dieses hat der Hr Bauens bisher mehrfach bestätigt, und erklärte sich gegenüber Hr. Jodl auch telefonisch bereit vor Gericht als Zeuge auszusagen.
 
Was mich betrifft, hatte ich immer die Hoffnung, daß sich dieses Ding endlich mal vermieten läßt und ich davon zumindest einen Teil der Kosten aufwenden könnte.

Ich bin, wie bereits erwähnt seit Oktober in einer Qualifizierungsmaßname durch das Arbeitsamt als Netzwerkspezialist für Windows NT. Ich bin froh das ich diese genehmigt bekommen habe, aber es ist sehr anstrengend und zeitaufwendig. Diese besteht aus insgesamt 24 Prüfungen, von denen 7 extern durch den Sofwarehersteller erfolgen. Bei einer Mindestanforderung zum Bestehen der Prüfung zwischen 70% und 80% richtige Antworten. Der Unterrichtsstoff umfaßt für das gesamte Ausbildungsjahr ungefähr 9500 Seiten (fast auswendig lernen, zumindest verstehen und wiederzugeben). Von denen habe ich ca. 8000 Seiten hinter mir.

 Ich stehe ständig vor der Wahl mich entweder um diese Wohnung zu kümmern und die Ausbildung sausen zu lassen oder meine Zeit in die Ausbildung zu investieren und die Wohnung hinten an zu stellen. Tatsache ist das ich in den Ablauf des Schulwesen eingebunden bin, und kein Telefon und keine Zeit zur Verfügung habe. Ich schildere dieses hier um darzustellen warum ich persönlich im Laufe des letzten Jahres weniger aktiv war und um mich zu entschuldigen, wenn ich das ein oder andere verschlafen habe. Aber was soll ich tun? Aber nun erkenne ich das auch dieses nicht gerade die richtige Entscheidung war um meine Situation zu verändern. Welcher Arbeitgeber stellt sich als Drittschuldner hochqualifiziertes Personal mit 150.000,00 DM Schulden ein? Aber wie könnte ich als unqualifizierter Arbeitsloser solch eine Wohnung bezahlen?
 
Ich bin die meiste Zeit damit beschäftigt die Wohnung zu räumen, zu vermieten, mich mit der Hausverwaltung und dem Finanzamt und den Anwälten rumzuschlagen. Neuerdings auch, mich mit den Banken und der Lebensversicherung herumzuärgern.
 
Mich hat diese Unternehmung bis heute 39.472,89 DM und unzählige Arbeitsstunden und Telefongebühren gekostet. Bei einer Gesamteinnahme (inklusive AfA) von 9.423,43 DM für dieses Objekt. D.h. die Sache hat meine gesamten Ersparnisse geraubt und ich bin zur Zeit restlos Pleite. Die Wohnung bedeutet zur Zeit eine monatliche Belastung von DM 1366,00 DM und ich habe im Juli 1998 die Zahlungen mit Anschreiben an die Banken eingestellt. Zum einklagen der Mietschulden und Anwalts- und Gerichtskosten des säumigen Mieters habe ich bereits Prozesskostenbeihilfe beantragt.
 
Ich weiß nicht wie ich mich in diesem Fall verhalten und zur Wehr setzen kann. Und an wen kann ich mich wenden? Ich tue mein möglichstes und wundere mich warum es kaum Anwälte gibt die in solch einem Fall weiterhelfen können und warum die Staatsanwaltschaft nichts unternimmt. Glücklicherweise bin ich jetzt im Juli auf die Aktion Solidarität gestoßen, hatte aber leider keine Möglichkeit die Informationen downzuloaden da es Probleme mit dem Provider Telekom und AOL gibt. Die AS hat mir die Unterlagen nun als Diskette gesandt, aber ich hatte noch keine Zeit sie vollständig zu lesen.
 
Nun wende ich mich an Sie, und bitte Sie hiermit mich in diesem Fall zu vertreten und mich schnellstmöglich darüber zu informieren ob es Ihnen möglich ist dieses zu tun. Bitte informieren Sie mich ebenfalls wenn Sie keine Möglichkeit sehen damit ich mich gegebenenfalls nach einem anderen Vertreter umsehen kann. Ich bin Ihnen dankbar, wenn Sie mir einen kompetenten Vertreter nennen können.
 
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die obengenannte Adresse. Ich bin ebenfalls über Anrufbeantworter erreichbar und rufe schnellstmöglich zurück. Per Fax bin ich nur nach vorheriger telefonischer Absprache zu erreichen.
 
Ich bedanke mich im voraus für Ihre schnellstmögliche Antwort.
 
 
Mit freundlichen Grüßen
 

- xxxxxx xxxxxxx -
 


Vielen Dank für Dein Interesse und Deine Aufmerksamkeit

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Sunday, 25. July 1999, Munich, Germany